14. April 2020DatenschutzLesezeit: 2 Min.

Massive Datenschutzprobleme bei Houseparty-App

Seit Wochen schaltet die doch so neu scheinende App Houseparty viel Werbung auf Plattformen wie YouTube, Twitter und Co. - dort wird dann damit geworben, mit bis zu 8 Freunden eine Art Videoanruf führen zu können. Doch unbekannt ist die App nicht. 2016 wurde sie in den Vereinigten Staaten veröffentlicht und stieg dort schnell in der Beliebtheit. In Deutschland war sie bisher aber eher unbekannt. Erst zu Beginn der Pandemie und den darauf folgenden Ausgangsbeschränkungen gewann die App an Beliebtheit. Man sieht ganz klar: Houseparty schaltet verstärkt Werbung und nutzt dadurch die Pandemie.

Probleme beim Datensammeln

Die App gibt es im Play Store und App Store kostenfrei zum Download. Im Play Store liegt die App bei 3,0 Sternen, im App Store sogar bei guten 4,7 Sternen, jedoch bei nur einem Fünftel der Bewertungen, die die App im Playstore hat. Uns fällt bereits beim Installieren auf: Die App fordert sehr viel Berechtigungen. Neben dem Mikrofon und der Kamera, welches man natürlich zum Videoanruf braucht, werden Dinge wie Kontaktliste oder sogar Zugriff auf Facebook und Snapchat erfragt. Letzteres kann man zwar ablehnen, aber man sollte trotzdem hinterfragen, für was Houseparty diese Zugriffe benötigt. Auch möchte die App Zugriff auf Standortdaten. Das erschreckende hier bei ist jedoch, dass Houseparty kein Geheimnis aus dem Datensammeln macht. In ihren Datenschutzbestimmungen heißt es:

"den Inhalt aller Geräte, die über den Dienst geführt werden, einschließlich aller Ideen, Erfindungen, Konzepte, Techniken oder Know-how für die Entwicklung, Gestaltung und/oder Vermarktung von Produkten oder Dienstleistungen verwenden darf"

Das heißt im Klartext: Houseparty darf all eure Daten sammeln und für Werbezwecke nutzen. Das Schlimme daran ist aber, dass Houseparty sogar all eure Gespräche aufzeichnet. So hätten sie obendrein das Recht eine Idee, welche ihr in eurem Anruf erwähnt habt, für ihre eigenen Zwecke zu nutzen. Hierzu sagt Suzanne Vergnolle, Doktorandin der Rechtswissenschaften an der Universität Paris-II-Panthéon-Assas:

"Wird die Anwendung die IP-Adresse des Benutzers, die IMEI-Nummer seines Gerätes, seinen Betreiber und im weitesten Sinne den Namen, den Standort, das Geschlecht und auch die Fotos seiner Benutzer abrufen. All diese Informationen können dann abgeglichen werden".

Unsere Empfehlung

Wir empfehlen ganz klar: Nutzt diese App nicht! Es gibt viele andere Plattformen, die weitaus weniger Daten sammeln, dazu zählen selbst WhatsApp, FaceTime oder Telegram. Jede App sammelt Daten, das ist klar, aber keine vergleichbare so viel wie Houseparty.


Quelle(n): BFMTV, Houseparty Privacy (zul. Eingesehen am: 13.04.2020)