Privatsphäre bei Snapchat: Die totale Erfassung

Adieu, Vergänglichkeit!

Wie schon bei Facebook sind für Snapchat eure Snaps & Daten alles andere nicht gerade als vergänglich einzustufen. Sie werden weiterhin auf den Servern von Snapchat in den USA abgespeichert. Vor kurzem entdeckten wir eine recht unbekannte Funktion… Du kannst dich einfach mit deinem Account auf accounts.snapchat.com anmelden und deine von Snapchat gesammelten Daten mit wenigen Klicks anfordern. Daraufhin erhältst du per E-Mail eine .zip Datei mit mehreren .html-Dateien. In diesen findest du alle Nutzungsdaten deines Accounts, die von dir gesammelt wurden. Darunter fallen zum Beispiel,

  • wann dein Account erstellt wurde,
  • wann du welche Nutzungsbedingungen akzeptiert hast,
  • wann du welchen Leuten gesnapt hast (Nutzername, Bild oder Video, Datum & Uhrzeit),
  • wie viele Snaps du in der Story bisher gesehen hast,
  • wie oft deine Snaps von anderen Personen gesehen wurden,
  • wie viele Chatnachrichten du geschickt hast,
  • wie oft du bestimmte Chats geöffnet hast,
  • wie viele „Discover“-Snaps du gesehen hast,
  • welche „Discover“-Channels du gesehen & abonniert hast,
  • wie viele Snaps du mit einem Geofilter verschickt hast,
  • wie oft du Ads in den Storys gesehen hast,
  • mit welchen Ads du interagiert hast,
  • deine prognostizierten Interessen,
  • dein bisheriger Support- & Kaufverlauf (wenn vorhanden),
  • deine Standortdaten.

Eine ganz schön große Stange als Nutzungsstatistiken, oder?

daten snapchat archiv

 

„Wenn du dich bei Snapchat anmeldest und unsere Services nutzt, erfassen wir bestimmte Informationen von dir, wie etwa deine Handynummer, deine Email-Adresse und Snaps, die du in Live Storys gepostet hast.“ – AGB

 

Was passiert mit meinen Daten?

Für das Unternehmen sind deine Daten alles andere als vergänglich, da sie auf den Servern nicht gelöscht werden. Bereits in der Vergangenheit räumte sich Snapchat mit einer neuen AGB das unwiderrufliche Recht ein, Bilder unter anderem kostenlos zu nutzen, zu bearbeiten gar zu veröffentlichen.

Weiterhin kam hinzu, dass neben deinen Bildern auch der Name und diverse Stimmaufnahmen verwendet werden dürfen. Das soll in Zusammenhang mit den sogenannten „Live Stories“ passieren, bei denen das Unternehmen Nutzerinhalte etwa zu einer Veranstaltung sammelt und daraus eine Art Live-Berichterstattung generiert.

Wer den Dienst weiter nutzt, erklärt sich natürlich damit einverstanden.

„Standortdaten. Wenn du unsere Services nutzt, erfassen wir möglicherweise Daten über deinen Standort. Mit deiner Zustimmung erfassen wir außerdem mithilfe von GPS, Drahtlosnetzwerken, Funkmasten, WLAN-Zugriffspunkten und anderen Sensoren wie Gyroskopen, Beschleunigungsmessern und Kompassen Daten über deinen genauen Standort.“


Quelle(n): keine