07. April 2020MobilLesezeit: 2 Min.

5G-Strahlung ist laut Verschwörungstheoretikern Auslöser für Corona

Verschwörungstheoretiker zünden Mobilfunkmasten an, weil sie das 5G-Netz für die Verbreitung des Coronavirus verantwortlich machen.

In Großbritannien wurden mehrere Mobilfunkmasten angezündet, nachdem Verschwörungstheoretiker diese in Zusammenhang mit dem Coroanavirus gebracht hatten. Laut Angaben von BBC wurden mindestens drei Mobilfunkmasten beschädigt... gar zerstört. Dabei ist sogar unbekannt, ob die Masten überhaupt 5G ausstrahlten. Mindestens einer unterstützte den neuen Mobilfunkstandart jedenfalls nicht.

"Das sind auch Telefonnetze, die von unseren Rettungsdienstes und unserem Gesundheitspersonal verwendet werden. Ich bin absolut empört und angewidert, dass die Menschen gegen genau die Infrastruktur vorgehen, die wir brauchen, um auf diesen Gesundheitsnotfall zu reagieren."

- Stephen Powis, Direktor des britischen National Health Service (NHS).

In den sozialen Netzwerken wie Facebook verbreiten sich die wildesten Verschwörungstheorien immer weiter und weiter. Sie behaupten, dass 5G die Ausbreitung des Virus beschleunige - beispielsweise durch die Schwächung des menschlichen Immunsystems. Dafür gibt es jedoch weder wissenschaftliche Beweise, noch findet die Verbreitung überwiegend in den 5G-Ausbaugebieten statt. Das kann man sehr gut anhand des Irans begründen, in dem die 5G-Technologie noch gar nicht angekommen ist.

Das war noch nicht alles: Nicht nur Mobilfunkmasten wurden angegriffen, sondern auch Mitarbeiter der Telekommunikationsfirmen. So sollen zum Beispiel Mitarbeiter drangsaliert und beschimpft worden sein. Es wurde Arbeitern, die die Glasfaserleitungen verlegen, auch vorgeworfen worden, dass sie Technik verlegen, die Menschen töten würde.


Quelle(n): BBC (letzter Zugriff am 05.04.2020)


Update vom 12.04.2020: Erneute Anschläge - diesmal in den Niederlanden

Angaben der einer niederländischen Tageszeitung "Telegraaf" (Ausgabe vom 11.04.2020) zufolge gab es auch dort mehrere Anschläge auf Mobilfunktürme. Die Zeitung beruht sich auf offizielle Angaben der Monet-Vereinigung, die im Auftrag von den Niederlanden Funktürme in den einzelnen Gemeinden und Ortschaften errichtet: Zuleitungen der Türme wurden in Liessel, Beesd, Rotterdamm und Nuenen mit Brandanschlägen attackiert. Bei einem weiteren Störfall in Groningen wird demnach ebenfalls Brandstiftung als Ursache für den Ausfall vermutet.

Laut Rob Bongelaar von Monet wird auch hier, wie in England, die Begründung für den Brandanschlag angenommen: Ein Protest gegen den neuen Mobilfunkstandard 5G.

"Fuck 5G!" - Schriftzug an einer Sendeanlage

Viel schlimmer als der finanzielle Schaden sei jedoch der zwischenzeitliche Totalausfall des Mobilfunks, erklärte Bongelaar. Diese Verbindungen seien existenziell für die Funktionalität der Krankenhäuser, Pflegeheimen und des 112-Notrufs. In den vergangenen Jahren ist ein zunehmender Protest gegen den 5G-Ausbau zu erkennen. Sabotage oder Brandanschläge gab es allerdings noch nie. Dem Bericht von "De Telegraaf" zufolge habe man bereits weitreichende Ermittlungen zur Bekämpfung der Terrorismen in den Fällen gestartet. Dass 5G die Ausbreitung des Sars-Cov-2 beschleunige, wurde (noch) nicht wissenschaftlich bestätigt.


Quelle(n): Golem, Telegraaf  (letzter Zugriff am 12.04.2020)